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Carlottas Krankengesichte

Carlotta mit Ball

Wenn du mich auf der Straße getroffen hättest, hättest du nicht gesehen, dass ich chronisch krank war.
Ich sah völlig gesund aus, trotz meiner Krankheit IBD.
Meine Kühlschranköffnerin meinte, dass ich Euch meine Geschichte erzählen sollte, damit andere Hunde und ihre Besitzer nicht solange im Ungewissen sind wie wir, wie wir es waren.

Angefangen hatte alles im Spätsommer 2009. Ich musste oft nachts mehrmals aus dem Haus, um mein großes Geschäft zu machen. Es war immer Durchfall, aber meist war schnell wieder einige Tage Ruhe. Da ich auch früher immer wieder unter Durchfallattacken gelitten hatte, waren die Kühlschranköffner zuerst nicht beunruhigt.
Allerdings häuften sich die Anfälle und mein Stuhlgang war sehr häufig mit einer dicken Schleimschicht überzogen. Außerdem musste ich mich mehrmals kurz hintereinander hinhocken, ohne dass etwas geschah. Später erfuhr ich, dass das Tenesmen (=schmerzhafter Stuhlgang) waren.
Zu dieser Zeit war es in meinem Leben sehr unruhig, deshalb hatten die Kühlschranköffner meinen Durchfall dem Stress zu geschoben. Aber nach einigen Tagen Ruhe spielte mein Darm wieder verrückt und so wurde ich entwurmt. Als auch nach dem Entwurmen keine Besserung eintrat, ging es zum Tierarzt. Dort erhielt ich ein Mittel zur Darmsanierung. Jedoch war die Ruhe nur von kurzer Dauer. Bei einem der nächsten Arztbesuche wurde mir dann Blut abgenommen und eine Ausschlussdiät empfohlen.Das Pferdefleisch hatte echt gut geschmeckt und die Kühlschranköffnerin und ich hatten uns strikt daran gehalten.Es gab nichts außer Pferdefleisch und Süßkartoffeln (50% : 50%). Das Ergebnis meines Blutbildes war auch nicht eindeutig. Es zeigte aber, dass meine Werte für Folsäure und Vitamin B12 im Keller waren. Also erhielt ich ein homöopatisches Mittel gegen den Durchfall, aber sofort nach dem Absetzen spielte mein Darm wieder verrückt.
Durch den Durchfall hatte ich in den letzten Monaten stark abgenommen. Ich wog nur noch sechs Kilo. (Da ich eine große Westiedame war, war 9 bis 9,5 kg mein Idealgewicht.) Also meinte Mayas Kühlschranköffnerin, dass wir nun den Tierarzt wechseln sollten.
Der neue Tierarzt sah sich meinen Kot genau an und ließ sich von den Kühlschranköffnern meine ganze Geschichte erzählen. Nach einer ausgiebigen Untersuchung erklärte er uns, dass ich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit an IBD leide. Aber zur Sicherheit schickte er eine Kotprobe von mir ins Labor. (Die war negativ.) Außerdem wies der Tierarzt darauf hin, dass seine Behandlung innerhalb von zwei Wochen angeschlagen müsse, sonst müsste er mich an die Tierklinik für weitere Untersuchungen überweisen.
Zum Glück half mir die Behandlung. Zwar musste ich in den nächsten Wochen einige Spritzen über mich ergehen lassen und brav meine Kortisontabletten nehmen. Aber es ging mir immer besser. Die Auschlussdiät machten wir weiter und ich bekam nicht mehr alles zum Fressen. Außerdem wurden meine Mahlzeiten mit Süßkartoffeln gestreckt. Das tat mir und meinen Darm gut. Ebenso versuchten die Kühlschranköffner Stress von mir möglichst fernzuhalten. Aber sie hatten nie Möglichkeit gefunden, wie sie Gewitter wegblasen können.
Es hatte lange gedauert, bis ich wieder zugenommen hatte. Deshalb passten die Kühlschranköffner nun immer auf mein Gewicht auf und wir waren etwas über meinem Idealgewicht. Da ich bei einem Schub sehr schnell Gewicht verloren hatte.
Jedoch hatten wir die Krankheit bis zu meinem letzten Lebensjahr ganz gut im Griff. Es gab sogar Zeiten, in denen ich ohne oder nur mit sehr wenig Kortison auskam.
Etwa ein Jahr vor meinem Tod fing es an, dass ich sehr oft zum Tierarzt musste und ich trotz strenger Diät immer wieder Schübe hatte. Nach einiger Zeit vermuteten die Kühlschranköffner, dass ich das Pferdefleisch nicht mehr vertrage und nach längerer Recherche bekam ich Lachs mit Süßkartoffeln. Meine Tabletten wurden auch umgestellt und ich erhielt Apoquel.
Meine Kühlschranköffnerin ist sehr traurig, dass ich sie schon mit 12 Jahren und knapp fünf Monaten schon verlassen musste. Aber sie weiß, dass ich eine wunderschöne Zeit bei ihr hatte und für eine IBD-Hündin wirklich alt geworden bin.
Falls du noch Fragen hast, kannst Du Dich gerne an meine Kühlschranköffnerin wenden, sie hilft dir gerne weiter. Sie weiß nämlich, wie sehr wir immer wieder gelitten hatten.

Carlottas Unterschrift